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Jersey Stoff

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Jerseystoffe sind schon lange sehr beliebt und nach wie vor modern. Sie sind vielseitig einsetzbar und vor allem besonders pflegeleicht. Daher findet gerade Jersey in der Bekleidungsindustrie ein breites Verwendungsspektrum, insbesondere bei den Produkten für unsere Kinder.

Was sind eigentlich Jerseystoffe?

Die Bezeichnung leitet sich von der großen und wohlbekannten Kanalinsel Jersey ab. Bereits im Mittelalter wurden von dort aus viele Webwaren in die damals bekannte Welt exportiert. Noch heute sind Jersey-Stoffe ein besonders beliebtes Material für jegliche Art der Bekleidung sowie für Bettwaren. Es handelt sich um einen weichen, meistens elastischen Stoff, der aus Baumwolle, Garnen, Seide, Viskose oder Viskosemischungen, Wolle oder Wollmischgarnen gestrickt oder gewirkt wurde. Insgesamt erinnert er an ein Gewebe, das eine leichte Rippenmusterung aufweist. Es gibt viele recht unterschiedliche Arten und Namen von Jerseystoffen, was ihrer Herstellungsart und dem verwendeten Material geschuldet ist. Oftmals gehen die Hersteller etwas lax mit den Begrifflichkeiten um, was den Verbraucher zuweilen arg verwirren kann.

Unterscheidung nach den Eigenschaften der Stoffe

  1. Baumwolljersey - Jersey-Spannbettlaken oder das klassische Sommer-T-Shirt sind gute Beispiele für diese Art von Gewebe aus 100 Prozent Baumwolle. Solche Jerseystoffe aus Baumwolle waren und sind echte Klassiker, denn sie sind leicht und etwas dehnbar, wenn gleich nicht unbedingt sehr elastisch. Mit dehnbar ist in diesem Fall gemeint, dass sich diese Stoffe gut in die Länge oder Breite ziehen lassen, sodass sie oft als Stretchstoff bezeichnet werden. Elastisch bedeutet aber mehr als das, indem ein elastischer Stoff nach der Dehnung wieder gut in seine ursprüngliche Form zurückfindet.
  2. Stretchjersey - Dem T-Shirt aus Stretchjersey wurde meistens ein Anteil von drei bis fünf Prozent Viskose oder Elastan zugemischt. Zwar ist Jersey Stoff ohne diese Zusätze sehr wohl ausreichend dehnbar, aber eben nicht wirklich elastisch. Stretch Jersey hat sich auch deshalb zum Klassiker gemausert, weil er beispielsweise mit der Overlock leicht verarbeitet werden kann und so vielseitig einsetzbar ist.
  3. Jacquard Jersey - Dieser Jersey Stoff wird mit einer besonderen Stricktechnik so hergestellt, dass sich dabei ansprechende Muster ergeben. Allerdings ist der Stoff aufgrund dieser Verarbeitung weniger dehnbar. Es gibt Jacquard Jersey aus 100 Prozent Baumwolle, eine Zusammensetzung aus 55 Prozent Baumwolle und 45 Prozent Polyester ist aber gängiger.
  4. Wolljersey - Für Kinderunterwäsche oder Baby-Bodies ist dieses mollig warme Material geradezu ideal. Es besteht entweder zu 100 Prozent aus Wolle oder es handelt sich um eine Wolle-Acryl-Mischung.
  5. Viskose Jersey - Dieses Material „fällt schwer“, wodurch sich feine, geschmeidige Falten für jegliche Art der Drapierung ausbilden. Die typische Zusammensetzung besteht aus etwa 93 Prozent Viskose und sieben Prozent Elasthan, wobei diese Zahlen durchaus etwas schwanken.
  6. Funktionsjersey - Hierbei geht es in erster Linie um eng anliegende Sportkleidung wie Laufleggings. Es ist eine extrem schnell trocknende, künstliche Faser aus beispielsweise 59 Prozent Nylon, 36 Prozent Polyester und fünf Prozent Elasthan.
  7. Interlock - Wer mit Nähen anfangen möchte, nimmt erst einmal diesen Stoff, der aus zwei rechten Seiten besteht und an den Kanten nicht zum Rollen neigt. Die Verarbeitung erinnert stark an Romanit-Jersey. Wegen der doppelten Verarbeitung ist dieser Stoff aus 100 Prozent Baumwolle viel strapazierfähiger als beispielsweise Single-Jersey.
  8. Romanit-Jersey, Courtelle-Jersey, Punto di Roma - Gleich mehrere Namen für ein und dasselbe Material, das aus Polyester, Viskose und Elasthan gewirkt ist. Wie beim Interlock sind hier zwei Stofflagen miteinander verbunden, sodass sich wieder zwei rechte Seiten ergeben. Jacken mit Schalkragen brauchen genau so etwas. Die typische Zusammensetzung besteht aus circa 70 Prozent Viskose, 27 Prozent Polyester und drei Prozent Elasthan.
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Unterscheidungen gemäß der Herstellungsart

Allein durch die Art und Weise der Herstellung der Stoffe ergeben sich deutliche Materialunterschiede, die sich auf die Eigenschaften merklich auswirken. Zunächst einmal gehören alle Jerseystoffe zu den entweder gestrickten oder gewirkten Maschenwaren. Beim Stricken bildet ein horizontaler Faden die Maschenreihe, beim Wirken erzeugen zwei benachbarte vertikale Fäden ein Maschenstäbchen. Solche gewirkten Stoffe können überhaupt nur maschinell hergestellt werden.

  1. Single Jersey beziehungsweise Tricot Stoff - Diese Jersey-Art ist weit verbreitet und sieht ein bisschen aus wie gestrickt. Die Herstellung erfolgt durch eine Nadelreihe in einer Strickmaschine. Aus den jeweils linken und rechten Maschen ergeben sich hierbei zwei Seiten. Wegen dieses Strick-Verfahrens ist der Stoff recht weich und dehnbar sowie zart und dünn, was ihn zugleich anfällig für Laufmaschen macht. Die Schnittkanten neigen stark zum Aufrollen, was bei der Bearbeitung ziemlich nervend ist. Daher ist es ratsam, die Säume und Nähte gut zu sichern.
  2. Double-Jersey - Dieser Jersey-Stoff ist normalerweise rechts-rechts gestrickt beziehungsweise gewirkt, es gibt aber auch Varianten im Links-links-Verfahren. Im Ergebnis zeigen beide Seiten dasselbe Maschenbild. Bei stärkerer Dehnung werden die linken Maschen unter den anderen erkennbar. Typisches Beispiel ist der Feinripp. Insgesamt ist dieser Stoff hochwertiger und zugleich robuster als der Single-Jersey.
  3. Interlock Jersey - In diesem Fall stehen sich zwei Nadelreihen gegenüber und stricken im gegenseitigen Wechsel. Der „Interlock“ ergibt sich daraus, dass zwei Lagen untereinander verbunden sind, das heißt, die geschlossene Oberfläche besteht aus zwei fast identischen Seiten. Im Ergebnis ist das dehnfähige, aber wenig elastische Material sehr stabil und gut verarbeitbar. Durch die Verdoppelung der Fasern ergibt sich seine hohe Strapazierfähigkeit. Mehrfaches Waschen macht dem Interlock-Jersey gar nichts aus.
  4. Jacquard Jersey - Ebenfalls basierend auf zwei maschinellen Nadelreihen entstehen diese Stoffe aus einer Kombination von Stricken und Fanghenkel, woraus sich der Vorzug seidig-glänzender Strukturmuster ergibt. Der Kreativität sind hinsichtlich der Muster kaum Grenzen gesetzt, daher kann der edel und hochwertig wirkende Jacquard-Jersey viele schöne Designs hervorbringen.
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Verarbeitung der Jerseystoffe

Gute Nähergebnisse lassen sich grundsätzlich mit einer Overlockmaschine erreichen. Dennoch lassen sich Jersey-Stoffe durchaus auch mit anderen Nähmaschinen verarbeiten. Die meisten etwas höherwertigen Geräte bieten ja eine Auswahl von Stretch- und Overlockstichen an. Tatsächlich kommen fast alle Nähmaschinen mit einem normalen Sweatstoff gut klar, aber bereits ein dünner Jersey kann sich als Herausforderung herausstellen, denn das Material muss unbedingt sehr gleichmäßig transportiert werden. Für eine flache Naht darf sich der Stoff nicht verziehen oder wellen. Einige Sticharten eignen sich lediglich zum Zusammennähen von zwei Stofflagen. Mit anderen Stichen werden die Stoffkanten versäubert oder Säume angebracht.

Für Jersey gibt es spezielle Jersey-Nadeln, denn mit einer normalen Nähmaschinennadel geht es einfach nicht, weil sie den Stoff zerstört. Die Jersey-Nadel zeichnet sich durch eine abgerundete Spitze aus, die stets zwischen die Maschen einsticht. Dies verhindert die Entstehung von Laufmaschen. Je dünner das Material, desto niedriger sollte die Nadelstärke, die zwischen 70 und 90 variieren kann, gewählt werden.

Das Reißen der Nähte im Falle einer Dehnung lässt sich durch eine größere Fadenweite beim Stich verhindern. Der Zickzack- oder Dreifachstich ist dann eher ungeeignet. Falls eine konventionelle Nähmaschine verwendet wird, hat sich das Obertransportsystem sehr bewährt, weil der dadurch gewährleistete gleichmäßige Transport oben und unten das Material nicht so sehr verzieht. Jersey neigt weniger zum Aufrollen, wenn am Rand Formband oder dünne Vlieseline aufgebügelt wird. Ein formschöner Abschluss wird durch Vernähen des Saums mit einer Zwillingsnadel erreicht. Achten Sie beim Zuschnitt unbedingt auf den Maschenlauf, der parallel zur Webkante in Längsrichtung strukturiert ist. Hier gilt: je dünner der Jerseystoff, desto mehr Nahtzugabe.

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Was kann aus Jerseystoff genäht werden?

Jersey Stoffe sind für Kinder ausgesprochen gut geeignet. Baumwolljersey ist die erste Wahl für Baby- und Kinderkleider, weil er atmungsaktiv, dehnbar und weich ist. Nicht umsonst wurde Jersey Stoff ursprünglich hauptsächlich für Unterhosen verwendet. Baumwolljersey ist wirklich sehr hautfreundlich. Jersey Stoffe sind einfach zu nähen und können daher jeder Person leicht individuell angepasst werden.

Aufgrund der beachtlichen Elastizität eignet sich Jersey ganz hervorragend für eng anliegende Kleidungsstücke wie Shirts, Unterhemden oder Mützen. Es gibt viele Schnittmuster, für die ein elastischer Stoff unerlässlich ist. In all diesen Fällen greift man zum Jersey, der zudem auch noch weitestgehend knitterfrei und daher ideal für jegliche Freizeit- und Sportbekleidung ist, wieder mit einem Fokus auf Kinder.

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